Was ist UK?

Mit Unterstützter Kommunikation (UK) werden alle pädagogischen und therapeutischen Hilfen bezeichnet, die Menschen mit Kommunikationsbeeinträchtigungen zur Verfügung gestellt werden.


Der Einsatz von UK bedeutet für den betroffenen Menschen, dass er seine kommunikativen Kompetenzen im Alltag verbessern und somit seine Lebensumwelt mehr beeinflussen kann, sich seine Partizipationsmöglichkeiten erhöhen und auf diese Weise sein Leben an Qualität gewinnt.


UK dient demzufolge als: 

  • Ausdrucksmittel
  • zur Unterstützung des Spracherwerbs
  • als Ergänzung zur Lautsprache
  • als Ersatzsprache


Die Unterstützte Kommunikation versteht sich als multidisziplinäres Fachgebiet, das zum Ziel hat, die kommunikativen Möglichkeiten von Menschen mit rezeptiven und / oder expressiven Beeinträchtigungen dauerhaft oder zeitlich begrenzt zu erweitern.



Dabei verfolgt die UK folgende Interventionsschwerpunkte:

 

  • Förderung der kommunikativen und sprachlichen Ausdrucksformen


  • Förderung des Sprachverständnisses


  • Regulierung von Verhalten


  • Vermittlung von Weltwissen und Lerninhalten



Warum Unterstützte Kommunikation? 

Welche Erfahrungen sammelt ein Mensch, der grundlegende Bedürfnisse nicht mitteilen kann, der mit niemandem seine Gedanken teilen kann oder der immer wieder missverstanden wird?

Welche Konsequenzen wird er daraus ziehen?

Kommunikation ist ein Grundbedürfnis des Menschen!

Unterstützte Kommunikation hat das Ziel, nichtsprechende Menschen aus ihrer kommunikativen Isolation zu befreien und dafür zu sorgen, dass Kommunikation für sie wieder effektiv und zufriedenstellend verlaufen kann.


Unterstützte Kommunikation oder Sprachtherapie? 


Unterstützte Kommunikation (UK) versteht sich nicht als Gegenpol zur klassischen Sprachtherapie.

Beide Ansätze verfolgen das gemeinsame Ziel, die kommunikativen Kompetenzen des jeweiligen Menschen zu erweitern, und können sich sinnvoll ergänzen und gegenseitig unterstützen.
Unterstützte Kommunikation bietet eine eine wichtige Möglichkeit, Kommunikation zugänglich zu machen, Barrieren abzubauen und Selbstbestimmung zu fördern. Studien zur Sprachentwicklung mit Unterstützter Kommunikation zeigen einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Einführung eines Kommunikationssystems und der Weiterentwicklung sprachlicher sowie kommunikativer Fähigkeiten.


Unterstützte Kommunikation bei Menschen im Autismus Spektrum


Die UK zeichnet sich im Bereich der Autismus-Spektrum-Störung (ASS) durch einen ressourcen- und teilhabeorientierten Ansatz aus. Im Sinne des KIAS (Kompetenzinventar für die Entwicklungsbegleitung von Kindern aus dem Autismus Spektrum) stehen die individuellen Stärken, Bedürfnisse und Lebensrealitäten der Menschen im Mittelpunkt.

Die Angebote sind interdisziplinär ausgerichtet, vernetzt und praxisnah und zielen darauf ab, Selbstbestimmung, Akzeptanz und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Besonderer Wert wird auf eine wertschätzende Haltung, transparente Beratung sowie eine enge Zusammenarbeit mit Betroffenen, Angehörigen und Fachstellen gelegt.


Unterstützte Kommunikation als Ansatz der »Totalen Kommunikation«

In Anlehnung an einen Terminus der modernen Gehörlosenpädagogik wird Unterstützte Kommunikation als Ansatz der „totalen Kommunikation“ bezeichnet, d. h. sämtliche Möglichkeiten, einem nichtsprechenden Menschen ein Kommunikationssystem bereitzustellen, werden genutzt. Das einzig maßgebliche Kriterium für ein Kommunikationssystem ist dabei die Effektivität für den jeweiligen Benutzer.


Zu den Möglichkeiten, die zu einer besseren Verständigung beitragen können, gehören die folgenden Komponenten:


  • Erweiterung der körpereigenen Kommunikationsformen
  • Einsatz elektronischer und nichtelektronischer Kommunikationshilfen 
  • Informationen, Aufklärung und Schulung für das Umfeld der betroffenen Person


         Körpereigene Kommunikationsformen:

  • Blick- und Zeigebewegungen 
  • Mimik und Gestik 
  • Gebärden 
  • Individuelle Zeichen 
  • Lautsprache und Vokalisierungen
  • Körpereigene Kommunikationsformen sind immer verfügbar und erlauben mit vertrauten Gesprächspartnern eine schnelle und spontane Kommunikation.


    Nichtelektronische Kommunikationshilfsmittel:


    Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig, z. B. 
     
  • Kommunikationskästen mit konkreten Objekten 
  • Kommunikationstafeln und -Bücher 
  • Symbol- und Bildposter 
  • Einzelne Bild-, Foto-, Symbol- oder Wortkarten 
    Tagebücher (mit Bildern, Symbolen oder Schrift)



    Elektronische Kommunikationshilfen:


    Elektronische Kommunikationshilfen mit Sprachausgabe können unterteilt werden in: 
     
  • Geräte zur Anbahnung (z. B. Batterieunterbrecher, adaptiertes Spielzeug, Power Link) 
  • Sprechende Tasten (z. B. BigMack, Step by Step, I-Talk) 
  • Komplexe Sprechhilfen mit statischem Display (z. B. Go-Talk, Supertalker, Chatbox) 
  • Komplexe Sprechhilfen mit dynamischem Display (z. B. EasyTalkPad, Kompad, Voicepad, SmallTalker, Eco-Talker, HE Communicator)
  • Notebooks oder PCs mit spezifischer Software


Finanzierung 

Eine Kostenübernahme kann im Rahmen des SGB V (Krankenkasse), SGB XII (Sozialhilfe) oder SGB IX (Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen) erfolgen. Weitere Zuständigkeiten (z. B. Unfallversicherung oder Agentur für Arbeit) oder eine private Kostenübernahme können im Einzelfall gegeben sein.

Für weitere Informationen sprechen Sie mich bitte an.